Nennen wir es „Grundlagenforschung“: Wenn ich ein gutes Blog erstellen will, was muss ich beachten? Naheliegend, sich andere Blogs anzuschauen, egal ob erfolgreich oder nicht – was machen sie gut, was nicht?
Blogs gibt es mittlerweile wie den sprichwörtlichen Sand am Meer: Wer etwas auf sich hält, der bloggt. Das galt eine Zeit lang – so mein Eindruck – in der Wirtschaft fast noch mehr als im Privaten: Wo man hinsah schossen so genannte Corporate Blogs aus dem Netz-Boden, mittlerweile scheint es jedoch so, dass die deutschen Unternehmen vermehrt auf regelmäßig aktualisierte Webseiten zurückgreifen.
Wo ist der Unterschied? Genauer: Was macht ein Blog zum Blog? Die häufige, nach Möglichkeit tägliche Aktualisierung allein ist es nicht. Ob man ein Blog vor sich hat oder nicht erkennt man schnell an Aufmachung und Sortierung der Beiträge. Die Artikel sind umgekehrt chronologisch geordnet, auf den ersten Blick lässt sich in der Regel erkennen, wer wann welchen Beitrag geschrieben hat. Gleichzeitig werden ältere Posts nicht gelöscht, sondern sind üblicherweise weiterhin lesbar. Die Möglichkeit für den Leser, die einzelnen Beiträge gezielt zu kommentieren, ist üblich, aber alles andere als Pflicht. Beim BILDblog etwa, dem Flaggschiff der Watchblogs in Deutschland, können keine Kommentare hinterlassen werden. Welche Probleme Kommentatoren den Blog-Betreibern einhandeln können, ist bei Stefan Niggemeier, einem der BILDblog-Betreiber, nachzulesen: Nach Ansicht des Landgerichts Hamburg trägt der Betreiber die juristische Verantwortung für die Kommentare, die in seinem Blog abgegeben werden.
Beim Umgang mit Kommentaren ist jedoch nicht nur aus juristischer Sicht Sorgfalt geboten: Die Freiheit, ihre Meinung offen und frei schreiben zu können, auch unter Artikel anderer, achten Blogger und ihre Kommentatoren als höchstes Gut. Kaum ein Vorwurf in der Blogosphäre wiegt schwerer als der, dass Kommentare auf einer Seite bearbeitet oder gar gelöscht werden.
Ähnlich verhält es sich mit dem Blog als Geldquelle: Werbung auf seinem Blog zu schalten hat immer noch etwas anrüchiges und bedarf der ausführlichen Begründung. Tödlich für das Bloggeransehen ist der Verdacht, dass man für einen Post Geld kassiert und so seine Meinung verkauft hat. Eine „Professionalisierung der Blogosphäre“ wird gerne von Zeit zu Zeit als Trend beschworen oder herbeigesehnt, soll jedoch von mir an dieser Stelle außer acht gelassen werden.
Das aus meiner Sicht wichtigste Merkmal eines Blogs: es gibt ein Thema, mit dem sich alle Posts beschäftigen. Das verbindende Element kann dabei auch die Person des Bloggers sein, wie bei den gerne als „Bauchnabelschau“ diffamierten privaten Blogs. Die Konzentration auf ein Thema ist es, was ein Blog von einer Nachrichten-Seite unterscheidet, und das eigene Thema ist es, was das eigene Blog von anderen abhebt.
Was machen andere nun gut, was schlecht? Kann man die Qualität eines Blogs messen? Die liegt sicher eher im Auge des Betrachters/Besuchers. Was mir als Blogbesucher wichtig ist, ist
- das Thema
- Übersichtlichkeit
- Originalität
- ein guter Schreibstil
Für Übersichtlichkeit sorgt WORDPRESS ja schon fast allein, der Rest liegt dann wohl bei mir – und in Auge des Blog-Besuchers.