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Meine persönliche WM-Bilanz

Zumindest für Deutschland ist sie seit gestern vorbei, die FIFA-WM 2010 in Südafrika. Und was blieb hängen von der ersten Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika? Meine persönliche Bilanz:

Vergesst Shakira, die Parlotones und K’naan: Der Sound dieser WM war es das monotone Geräusch der Vuvuzelas! Was ist da nicht für ein Geschrei drum gemacht worden. Tötet die Stadionatmosphäre sagten die einen. Afrikanische Eigenart antworteten die anderen. Ich hatte mich schnell daran gewöhnt, dass Live-Übertragungen so klingen, als fiele gerade ein Schwarm wilder Bienen in mein Wohnzimmer ein. War mir nachher sogar irgendwie sympathisch, aber wird mir trotzdem nicht fehlen.

Platz 3 für Deutschland, schon wieder. Und vollkommen verdient: Die Mannschaft hat gezeigt, dass schöner Fußball und erfolgreicher Fußball sich nicht ausschließen müssen. Das kleine Finale abschaffen, wie Günter Netzer es nach dem Spiel gefordert hat? Nix da: Wenn man schon nicht Weltmeister wird, sollte man sich wenigstens mit einem Sieg aus dem Turnier verabschieden.

Apropos Günter Netzer: Seinen Abschied als ARD-Experte gestern Abend fand ich irgendwie ergreifend. Er wird mir fehlen mit seiner trockenen und nur oberflächlich humorfreien Art, die Spiele zu analysieren. Auch wenn das Rumgezicke mit Gerhard Delling schonmal weniger angestrengt und kokettierend wirkte als in den letzten paar Wochen. Mal gucken, ob Mehmet Scholl als Nachfolge-Experte in Sachen Fachwissen und Beliebtheit an Herrn Netzer anknüpfen kann.

Apropos Beliebtheit: Da musste das Oktopus-Orakel aus Oberhausen ja feststellen, wie schnell es damit vorbei sein kann. Alles war gut, so lange Krake Paul Deutschland als Sieger vorhersagte. Einmal auf den Gegner getippt, und schon wird mit der Pfanne gedroht – als hätte Paul statt Puyol das Tor gegen Deutschland geköpft. Merke: Wer Recht hat ist nur dann gut angesehen, wenn die Prognosen oder Analysen auch den Erwartungen und Hoffnungen der Mehrheit entsprechen.

Deshalb ist „Pulpo Paul“ ja auch so beliebt auf der iberischen Halbinsel: Fürs Endspiel hat er Spanien als Sieger getippt. Mal gucken ob er auch diesmal richtig liegt. Ich tippe, dass das große Finale nicht so munterer Fußball mit offenem Visier wird wie das kleine (ja, ok, dafür muss man nun wirklich kein Fußball-Experte sein), und überlege mir bis zum Anpfiff noch, wem ich denn nun die Daumen drücken soll.

Einen Titel scheint Deutschland jedenfalls gewonnen zu haben: den Firefox-Cup, die Browser-Version der Fähnchen am Auto. Abgerechnet wird zwar erst zum Turnierende, aber bei dieser Firefox-Personas-WM liegt die Bundesrepublik so weit vorne, es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich den Pokal jemand anders holt.

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